Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 17. Dezember 2010 die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) veröffentlicht. Dabei wurden einige neue, vor allem auf den aktuellen Leitfäden der CEBS beruhende Inhalte in das Rahmenwerk integriert.

Liquiditätspuffer

Kapitalorientierte Kreditinstitute müssen zukünftig entsprechende Liquiditätspuffer bilden, da diese Institute deutlich sensitiver auf Engpässe am Kapitalmarkt reagieren und sich dadurch deren Refinanzierung deutlich erschweren kann.

Risikokonzentration

Die CEBS fordert von den Kreditinstituten nicht nur die Risikoarten bzw. -faktoren zu überwachen, sondern zusätzlich auch zu prüfen, ob ein Risikofaktor gleichzeitig auf verschiedene Risikoarten wirkt (und sich dadurch verstärkt) bzw. ob verschiedene Risikofaktoren eine Risikoart deutlich stärker beeinflussen können.

Stresstest

In der MaRisk werden nun zusätzlich „inverse Stresstests“ von den Kreditinstituten gefordert. Dieses bedeutet, dass der durchgeführte Stresstest ein festgelegtes Ergebnis vorgibt (hier: „Kreditinstitut kann Geschäfte nicht weiter fortführen“) und die Kreditinstitute in dem Stresstest darstellen müssen, welche Voraussetzungen oder Szenarien zu diesem Ergebnis führen können. Die Risikotreiber dieser Szenarien sind anschließend besonders zu beobachten.

Strategie sowie Risikotragfähigkeit des Kreditinstituts

Die MaRisk stellt nun klar, dass nicht nur die direkt in der MaRisk genannten Risiken zu beachten und zu beobachten sind, sondern dass die Kreditinstitute auch selbst Risiken zu erkennen und als wesentlich einzustufen haben. Augenmerk wird von der BaFin hier auf eine strukturierte und auch realitätsnahe Auseinandersetzung bei der Festlegung von strategischen Zielen und deren Risikobeurteilung gelegt.

Die Differenz des Zielerreichungsgrades gegenüber des Planwertes ist mittels einer Ursachenanalyse der Zielabweichung zu erläutern. Desweiteren sollen die Kreditinstitute das Risikomanagement und die Ertragssteuerung enger miteinander verknüpfen, da die möglichen Risiken die zukünftigen Erträge maßgeblich beeinflussen können.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die BaFin mit der aktualisierten MaRisk weiterhin an der grundsätzlichen und prinzipienorientierten Ausrichtung sowie an dem Proportionalitätsgedanken festhält.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG

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