Mitte April hat die SAP bekanntgegeben, ihre Einheit „Financial Service Industry“ (FSI) in ein Joint Venture mit der Beteiligungsgesellschaft Dediq GmbH zu überführen. Gemäß der Mitteilung investiert Dediq über 500 Millionen Euro in die neue Einheit und erhält dafür einen Anteil von 80 Prozent. SAP bringt seine Produkte, Organisationseinheiten sowie das Vertriebsnetz ins Geschäft ein und hält 20 Prozent der Anteile. Die neue Einheit soll sehr unabhängig agieren und ihre strategische Richtung selbstständig festlegen, gleichzeitig aber ein starkes Mitglied der SAP-Familie werden und unter den Namen "SAP Fioneer" firmieren.

Ralf Scheuermann, Leiter Vertrieb und Innovation der iBS, hat seit der Bekanntgabe viele Gespräche geführt – sowohl mit der SAP und Dediq, als auch mit iBS Kunden. Im Gespräch haben wir ihn um seine Einschätzung gebeten, welche Perspektiven sich aus dem Joint Venture ergeben.

 

Die SAP hat Mitte April die Zukunftspläne für ihre Einheit „Financial Service Industry“ (FSI) bekannt gegeben. Wie hat die iBS diese Ankündigung aufgenommen?

iBS ist ein enger Partner der SAP im Bereich Banking. Daher kam die Ankündigung nicht überraschend. Ich begrüße den Schritt ausdrücklich.

Warum?

Die Herauslösung der FSI Einheit aus den Konzernstrukturen der SAP erlaubt den Aufbau einer fokussierten Unternehmung mit der notwendigen Schlagkraft und Agilität. Dieses wird der neuen Einheit ermöglichen, besser auf die Kundenbedürfnisse zu reagieren und das Produktportfolio entsprechend den Marktanforderungen schneller in der Breite und Tiefe auszubauen.

Was bedeutet das konkret für iBS- & SAP-Kunden?

Für unsere Kunden sehe ich mehrere Vorteile. Bisher weiße Flecken in der Lösungslandschaft können so perspektivisch geschlossen werden. Und es wird schnellere Umsetzungen von Banking Lösungen am Markt geben.

Die FSI Unit wird Datenmodelle und Basistechnologie speziell auf den Financial Service Sektor abgestimmt zur Verfügung stellen. Angekündigt wurde, dass neue Produkte und Innovationen im Wesentlichen auf der Cloud Plattform der SAP realisiert werden sollen. Das impliziert, dass zur gemeinsamen Nutzung mit bestehenden OnPremise Lösungen der Häuser entsprechende Integrationen zu schaffen sind. Durch die Kombination der Technologien wird eine zukunftsgerichtete Nutzung der von den Kunden in iBS- und SAP-Produkte getätigten Investitionen gewährleistet. Die iBS wird hier aktiv dabei unterstützen, um entsprechende Brücken zu realisieren. So können die Technologie-Stacks OnPremise und Cloud entsprechend ihren Erfordernissen parallel in die Zukunft geführt werden und sich sinnvoll ergänzen.

Welche Auswirkungen hat die Ankündigung für die iBS und den Markt?

Bei der Abdeckung spezifischer Kundenbedürfnisse werden Partner weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dieses gilt insbesondere auch für die angekündigte Industrie Cloud. Hier wird die iBS mit ihrer bankfachlichen und prozessualen Expertise und ihrer Erfahrung als langjähriger OEM Partner der SAP wichtige Beiträge liefern.

Das Zusammenspiel von neuen Produkten und Industry Cloud wird unserer Einschätzung nach dazu beitragen, die Kundenbasis in Banking und Insurance und damit den Markt für die iBS nachhaltig zu verbreitern.

Eine wesentliche Neuerung für iBS und andere Partner wird sein, dass wir für eine ganzheitliche Zusammenarbeit bei Innovation, Entwicklung und Support zukünftig mit zwei Partnern, statt mit einem am Tisch sitzen. Die SAP für das Thema Basistechnologie und technische Innovationen wie S/4HANA, die FSI für fachliche Anwendungen. Hier werden sich Herausforderungen ergeben, die es zu lösen gilt.

Welche Themen in diesem Zusammenhang sind besonders wichtig?

Von zentraler Bedeutung wird sein, frühzeitig einen engen Dialog zwischen SAP, FSI, Partnern und Kunden (individuell und via DSAG) zu etablieren. Dabei ist eine klare Definition und Kommunikation der zukünftigen Zuständigkeiten notwendig.

Insbesondere in der gemeinsamen Softwarepflege für gemischte Landschaften wird es einer noch engeren Abstimmung bedürfen, so dass Kunden Incidents und Entwicklungsanträge weiterhin über einen zentralen Weg melden können und ihre Unterstützung und abgestimmte Lösungen weiterhin über einen zentralen Weg erhalten.

Zu all diesen Themen pflegen wir als iBS einen engen Austausch mit der SAP und den designierten Key Playern der neuen FSI-Einheit. Im Rahmen dieses Prozesses werden wir unsere Kunden aktiv einbinden und über die relevanten Veränderungen informieren.

Danke.

Sehr gerne.

Das Gespräch führte Roland Weiler, Head of Business Operations & Marketing

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