Die EZB hat die finale Verordnung zur Umsetzung von AnaCredit verabschiedet. Diese fordert von den Instituten etwas weniger Daten als ursprünglich geplant und gewährt etwas mehr Zeit.

Die Europäische Zentralbank hat in ihrer Sitzung am 18.05.2016 die Verordnung zur Implementierung des granularen statistischen Kreditmeldewesens AnaCredit verabschiedet. Gegenüber der Fassung vom Februar 2014 unterscheidet sich die finale AnaCredit-Verordnung insbesondere im anvisierten Umsetzungszeitraum, einer leichten Reduzierung der Anzahl der zu meldender Attribute sowie der Behandlung notleidender Kredite.

Erstmeldung: Institute erhalten ein halbes Jahr mehr Zeit

Mit der finalen AnaCredit-Verordnung räumt die EZB den Instituten zusätzliche sechs Monate ein, um die Meldeanforderungen umzusetzen. Kreditinstitute müssen nun relevante Stammdaten erst ab März 2018 sowie die granularen Kreditdaten ab September 2018 übermitteln. Offen ist bisher, wann die Deutsche Bundesbank erstmals (Test-)Meldungen von den Instituten einfordern wird. Nicht sicher, aber zu erwarten ist, dass sich der Termin ebenfalls um sechs Monate verschieben wird.

Unsicherheit besteht ferner, wie die deutsche Aufsicht mit den Empfehlungen des Ausschusses für Finanzstabilität (AFS) vom Juni 2015 zur Erhebung granularer Daten zu Immobilienfinanzierungen handhaben wird und ob eine zeitgleiche Umsetzung geplant wird. Abweichend von AnaCredit wird diese voraussichtlich auch Privatpersonen umfassen. Mit einer Klarstellung ist innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen.

Meldeumfang: Erleichterung bei notleidenden Krediten

Neben dem zeitlichen Entgegenkommen hat die EZB auch Erleichterungen im Datenvolumen vorgesehen. So sollen notleidende Kredite nicht mehr, wie ursprünglich geplant, ab einem Betrag von 100 €, sondern ebenfalls erst ab 25.000 € meldepflichtig werden.

Weitere Erleichterungen ergeben sich aus der neuen Anzahl der meldepflichtigen Attribute. Diese wurde leicht von 101 auf 95 verringert. Des Weiteren stellt die Verordnung klar, dass Kreditderivate nur als Sicherheiten, nicht jedoch als meldepflichtige Forderungen anzusehen sind. Darüber hinaus sollen „kleinere Institute“, deren Kreditvolumen sich auf unter 2 Prozent des nationalen Volumens beläuft, von einer monatlichen Meldepflicht befreit werden.

iBS Roadmap: erste Softwareunterstützung schon in 2016 

Die iBS AG ist aktuell dabei, erste Anforderungen in Zusammenarbeit mit Kunden und Meldesoftware-Herstellern umzusetzen. Ziel ist es, Instituten ab dem 4. Quartal  2016 eine erste Lösung bereit zu stellen. Diese soll ihnen ermöglichen, relevante Daten zu sammeln und auf ihre Qualität zu analysieren und so eine zeitnahe Projektumsetzung unterstützen.

Interessierte Institute und Partner laden wir herzlich zum Austausch ein. Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Sie.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG
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