Mit der Kapitaladäquanzrichtlinie (Capital Requirement Directive, CRD IV) und der dazugehörigen Verordnung (Capital Requirement Regulation, CRR) hat die EU in 2013 ein einheitliches Regelwerk für die Beaufsichtigung von Banken innerhalb der Europäischen Union etabliert. Grundlage für die CRR & CRD IV bildeten die als Basel III bekannten Beschlüsse und Empfehlungen des Baseler Ausschusses.

Mit den am 10.10.2014 veröffentlichten delegierten Rechtsakten hat die EU-Kommission erstmalig Klarstellungen, Ergänzungen und inhaltliche Anpassungen zur CRR vorgenommen. Diese betreffen die Liquiditätskennziffer Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie die standardisierte Verschuldungsquote Leverage Ratio.

LCR: Klarstellungen und ausgeweitete Anrechenbarkeit von Aktiva

Die delegierte Verordnung zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Liquiditätsdeckungsanforderung an Kreditinstitute enthält vor allem zahlreiche begriffliche Klarstellungen. Darüber hinaus erweitert sie den Kreis der anwendbaren Aktiva deutlich.

Leverage Ratio: Konkretisierungen und Erleichterungen, aber noch keine Kalibrierung

Die delegierte Verordnung zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) bringt neben inhaltlichen Konkretisierungen auch eine Reihe von Erleichterungen für die Institute gegenüber dem bisherigen CRR-Text. Eine verbindliche Kalibrierung der Leverage Ratio erfolgt hingegen noch nicht. Diese soll frühestens Ende 2016 festgeschrieben werden, wenn die Auswirkungen der Leverage Ratio auf Institute und Finanzmärkte auf Basis der aktuellen Beobachtungskennzahl intensiv analysiert wurden.

Die Ergänzungen und Anpassungen in der Leverage Ratio sind im Gegensatz zur LCR deutlich weniger umfangreich und wurden im März dieses Jahr schon öffentlich konsultiert.

CRR-Anpassungen bringen bessere internationale Vergleichbarkeit

Gerade die Konkretisierungen in der LCR können bei den Instituten zu verbesserten Kennzahlen führen. Da hiermit eine Angleichung an die ursprünglichen Baseler Papiere und damit den internationalen Vorgaben stattfindet, sind diese Änderungen zur Vergleichbarkeit der LCR’s unterschiedlicher Aufsichtssysteme zu begrüßen. Auch die Erweiterungen und Änderungen in der Leverage Ratio basieren auf einem Basler Papier, welches Anfang 2014 veröffentlicht wurde.

iBS informiert Kunden proaktiv über eventuell notwendige Softwareanpassungen

Die iBS AG analysiert aktuell, inwieweit sich die Änderungen auf die Meldewesen-Vorverarbeitung auswirken. Die eventuell resultierende Änderungsbedarfe in den Produkten iBS Standard Reporting Tool und Regulatory Reporting by iBS werden wie gewohnt zeitnah direkt an die Kunden kommuniziert.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG

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