Nach 6 Jahren intensiver, zum Teil äußerst kontrovers geführter Diskussionen und mehreren Entwurfs-Versionen ist die Reform der Bilanzierungsvorschriften für Finanzinstrumente (endlich) abgeschlossen. Zum Januar 2018 löst IFRS 9 die Regelungen des IAS 39 ab. Die iBS Wertberichtungslösungen sind bereits darauf vorbereitet. 

Ablösung von IAS 39 in 2018

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat die finale Version des neuen internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 verabschiedet.

Inhaltlich gliedert sich IFRS 9 in die Bereiche

  • Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten,
  • Wertminderung (Impairment) sowie
  • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting).

Der IFRS 9 Standard ersetzt den IAS 39 und ist - vorbehaltlich des notwendigen EU-Endorsements - für Geschäftsjahre, die mit oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, verbindlich anzuwenden.

Grundlegende Neuregelung im Bereich Wertminderung (Impairment)

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise wurde im Vergleich zum IAS 39 insbesondere der Themenkomplex Wertminderung (Impairment) grundlegend überarbeitet mit dem Ziel, zu erwartende Verluste künftig frühzeitiger und in adäquaterer Höhe abzubilden.

Risikovorsorgebildung künftig früher und höher

Im Ergebnis erfolgt die Risikovorsorge nach IFRS 9 im Unterschied zum IAS 39 nicht erst mit Eintritt eines Verlustereignisses (Incurred Loss Approach), sondern bereits bei entsprechenden Anzeichen (Expected Loss Modell). Die Regelungen des finalen IFRS 9 entsprechen dabei weitestgehend denen des im März letzten Jahres veröffentlichten Entwurfs (Exposure Drafts).

Änderungsbedarf bei Impairment-Lösungen

Der Bundesverband deutscher Banken hat die neuen Wertberichtigungsvorschriften in einer ersten Stellungnahme begrüßt und dabei eine schnelle Umsetzung in europäisches Recht gefordert.
"Die Einführung von IFRS 9 macht für die Banken erhebliche Eingriffe in ihre Systeme und Prozesse notwendig", so Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Für die Implementierung sei es daher wichtig, schnell Rechtssicherheit zu erlangen.

iBS-Produkte bereits auf IFRS 9 vorbereitet

Um Ihren Kunden eine möglichst stressfreie IFRS 9-Implementierung zu ermöglichen, hat die iBS die Neufassung der Impairment-Vorschriften von Anfang an aktiv begleitet und gemeinsam mit der SAP bereits in 2011 den Arbeitskreis SAP RBD & IFRS 9 / Impairment ins Leben gerufen. Hierdurch konnte ein Großteil der Lösungskonzeption für IFRS 9 / Impairment bereits abgeschlossen und zum Teil sogar schon in den Impairment-Lösungen SAP Reserve for Bad Debts (SAP RBD) und iBS Impairment Workplace (iBS-IWP) umgesetzt werden.

So unterstützt SAP RBD durch das Ende 2013 implementierte ECF-Verfahren bereits die Stage 3-Betrachtung (Einzelrisikovorsorge) nach IFRS 9. Ferner wurden die Funktionen für die maschinelle Pauschalwertberichtigungen nach IFRS 9 schon zusammen mit den Kunden als optionales AddOn zum SAP RBD spezifiziert. Die technische Umsetzung erfolgt nun in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis – zu dem auch Interessenten herzlich willkommen sind.

Autor: Dietmar Dhar Roy, Solution Manager Risk Management

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