Sechzig Tage vor dem offiziellen Start von FATCA setzt die  US-amerikanische Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) alles daran, den Termin nicht noch einmal verschieben zu müssen. Um dieses zu erreichen, kommt sie Finanzinstituten mit der am 2. Mai 2014 veröffentlichten Notice 2014-33 ein weiteres Stück entgegen.

Das US-Gesetz Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) verlangt von Finanzinstituten weltweit ihre Kundenkonten nach festgelegten Kriterien auf eine mögliche Steuerpflicht in den USA hin zu überprüfen und bestimmte Informationen jährlich an das IRS zu melden. Ziel von FATCA ist es die Steuerhinterziehung durch Konten im Ausland erschweren. 

Trotz schleppender Umsetzung: FATCA startet am 1. Juli 2014

Offizieller Starttermin von FATCA ist der 1. Juli 2014. Ab diesem Datum sind Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister verpflichtet bei der Anlage von Neukunden und -konten eine Prüfung auf eventuelle US-Steuerpflicht durchzuführen und zu dokumentieren. Für Bestandskonten gelten Fristen bis zum 30.06.2015  ("High-Value Accounts") bzw. 30.06.2016 ("Low-Value-Accounts"). Die erste FATCA-Meldung der Finanzinstitute in FATCA-Partnerländern soll im September 2015 erfolgen.

Um  FATCA international durchzusetzen, forcieren die USA zwischenstaatliche Verträge („Intergovernmental Agreements, kurz „IGA“). Diese verpflichten die Unterzeichnerstaaten FATCA in nationales Recht umzusetzen.

Das Problem: Die IGA-Verhandlungen gestalten sich sehr langwierig. Stand April 2014 hatten erst rund 30 Länder und Gebiete eine solche FATCA-Vereinbarung unterzeichnet, darunter Deutschland (Mai 2013), die Schweiz (Februar 2013) und gerade letzte Woche Österreich. Die Folge ist, dass viele Banken und Versicherungen erst spät oder noch gar nicht mit der FATCA-Implementierung begonnen haben und so den Anforderungen zum 1. Juni 2014 nicht erfüllen können.

Vor diesem Hintergrund hatte das IRS bereits im Juli 2013 den FATCA-Starttermin um 6 Monate nach hinten verschoben. Um den Termin nicht noch einmal verschieben zu müssen, erklärte das IRS im April 2014 kurzer Hand alle Staaten, die sich grundsätzlich bereit erklärt haben ein FATCA-IGA zu unterzeichnen, bis Ende des Jahres so zu behandeln, als hätten Sie das IGA schon unterzeichnet.

IRS Notice 2014-33: "Transition Period" mit wohlwollende Behandlung von Instituten mit "Good Faith Efforts" 

Mit der jetzt veröffentlichten Further Guidance on the Implementation of FATCA and Related Withholding Provisions (Notice 2014-33) erfahren Finanzinstitute während einer vom IRS neu ausgerufenen, die Kalenderjahre 2014 und 2015 umfassenden ‚Transition Period' eine ähnlich wohlwollende  Behandlung. Institute, die sich nach Kräften um FATCA-Compliance bemühen („Good Faith Efforts“), die Regularien aber noch nicht vollständig erfüllen, erhalten auf Zeit bestimmte Erleichterungen und Spielräume bei der Einhaltung der Verpflichtungen.

Durch diesen Schritt erkennt das IRS die Realität bezüglich des aktuellen Standes der weltweiten FATCA-Umsetzungen an. Durch die Einführung der Transitions-Phase vermeidet das IRS eine erneute Terminverschiebung.

Keine Auswirkungen auf laufende FATCA-Projekte

Für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister mit laufenden FATCA-Projekten ändert sich im Ergebnis wenig. Sie werden  ihre Implementierung zeitnah abschließen, um sich dann wieder anderen Themen widmen zu können.

Für alle anderen heißt es weiterhin keine Zeit zu verlieren. Denn FATCA ist und bleibt komplex und seine Umsetzung eine nicht zu unterschätzende Herausforderung – bei der Sie das iBS Team Tax Compliance bei Bedarf gerne mit Expertise und der passenden Softwarelösung unterstützt. Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.

Autor: Christian Beck, Solution Manager Tax Compliance

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