Die von den EU-Staaten am 20. März 2014 in Brüssel beschlossene Ausweitung der Zinsrichtlinie wurde am 24. März 2014 formell verabschiedet. Dieses gab die EU-Kommission per Pressemitteilung bekannt.

Da keine inhaltliche Abstimmung mehr notwendig war, wurde der formelle Schritt von dem gerade tagenden Agrar- und Fischereiausschuss vollzogen.

Mit der Erweiterung der Zinsrichtlinie verfolgt die EU das Ziel natürlichen Personen die Steuerhinterziehung durch Verlagerung von Kapitalerträgen ins EU-Ausland zu erschweren. 

Die seit 2005 geltende Zinsrichtlinie beschränkte sich bisher im Wesentlichen auf den Informationsaustausch bezüglich klassischer Zinserträge. Finanzprodukte, die zinsähnliche Erträge erwirtschaften, beispielsweise bestimmte Lebensversicherungen, wurden bisher nicht erfasst. Ferner konnte die Regelung durch Konstrukte, bei denen juristische Personen, Stiftungen oder Trusts zwischengeschaltet wurden, umgangen werden. Dieses soll durch die beschlossene Erweiterung der Zinsrichtlinie nicht mehr möglich sein.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben bis zum 1. Januar 2016 Zeit die erweiterte Richtlinie in nationale Gesetzgebung umzusetzen. Als Starttermin für den erweiterten automatischen Informationsaustausch (AIA) wird der 1. Januar 2017 gehandelt. 

Autor: Christian Beck, Solution Manager Tax Compliance

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