Unter dem Titel „Zinsbesteuerung, Amtshilfe und Co." hat die DB Research einen kompakten Überblick über die aktuellen Initiativen gegen Steuerhinterziehung und aggressive Steuervermeidung veröffentlicht. Das Fazit: Steuerlicher Informationsaustausch wird sich als Instrument international durchsetzen – und droht durch einen Flickenteppich bilateraler Verträge operativ äußerst komplex zu werden.

Die USA machen es mit FATCA vor, zahlreiche Staaten planen nachzuziehen. Mit dem Ziel Steuerhinterziehung bei grenzüberschreitenden Kapitalerträgen zu erschweren, sind in den letzten Monaten verschiedene Initiativen gestartet worden, die einen automatisierten Austausch von Steuerdaten analog zu FATCA als europäischen bzw. multinationalen Standard etablieren wollen.

EU forciert multilateralen Datenaustausch ab 2015

So liegen allein auf EU-Ebene aktuell zwei Vorschläge auf dem Tisch: die um zusätzliche Einkunftsarten erweiterte Zinsbesteuerungsrichtlinie, sowie die erweiterte Amtshilferichtlinie. Beide haben zum Ziel, ab 2015 einen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen auf multilateraler Ebene zu realisieren. Dabei sollen neben den EU-Ländern auch die Schweiz, Lichtenstein, Monaco, Andorra und San Marino mit ins Boot geholt werden.

Internationaler Flickenteppich bringt hohe Komplexität

Dem gegenüber setzen andere Initiativen wie der G8, G20OSCD oder die USA mit FATCA auf bilaterale Vereinbarungen. Diese drohen, so die Autoren, in Summe schnell zu komplexen Gebilden zu werden und so Finanzverwaltungen und Banken vor große administrative Herausforderungen zu stellen. Wünschenswert wäre statt eines Flickenteppichs bilateraler Abkommen daher eine Vereinheitlichung und Vereinfachung der internationalen Verfahren auf möglichst breiter Basis. Ob das klappt, bleibt abzuwarten.

Bei der FATCA-Implementierung ist Weitsicht gefragt

Für Finanzinstitute bedeutet dies: FATCA ist erst der Anfang. Zukünftig werden Sie zunehmend mehr Daten zu im Ausland steuerpflichtigen Konten und Kunden melden müssen. Im Rahmen der Umsetzungskonzeption für FATCA sollten diese kommenden Anforderungen bereits berücksichtigt werden. Prozesse und Software sollten daher so gestaltet werden, dass sie jederzeit um zusätzliche Anforderungen an Kategorisierung und Reporting erweitert werden können. Um die Compliance im Hinblick auf dann bereits implementierte Anforderungen wie FATCA nicht zu gefährden, sollten zusätzliche Regime ohne Modifikation bestehender Logiken umgesetzt werden können. Eine spannende Aufgabe, bei der die iBS Sie gerne mit Produkten und Konzepten unterstützt.

Autor: Christian Beck, Solution Manager Tax Compliance

Diese Webseite nutzt Cookies, um Funktionalitäten zu ermöglichen und zur Analyse, um dadurch die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie diese Cookies zulassen möchten.