Die Deutsche Bundesbank hat am 11. April 2013 erweiterte Anforderungen an die Meldung des Auslandsstatus veröffentlicht.

Der Auslandsstatus der Banken weist die Forderungen und Verbindlichkeiten der Banken in Deutschland sowie ihrer Auslandsfilialen und -töchter gegenüber Gebietsfremden aus. In dieser Meldung werden die Auslandsaktiva und Auslandspassiva detailliert nach Ländern, Währungen, Sektoren und Fristigkeiten aufgegliedert. Dabei wird jeweils ein getrennter Auslandsstatus für die Inlandsbank sowie für die Auslandsfilialen und Auslandstöchter inländischer Institute erhoben. Die Angaben dienen zur Beobachtung der weltweiten Aktivitäten deutscher Banken und fungieren als wichtiger Input bei der Berechnung sowohl monetärer als auch zahlungsbilanzstatistischer Aggregate.

Erweiterte Meldung ermöglicht bessere makroökonomische Analysen

Die Erweiterungen wurden aus Sicht der Aufsicht notwendig, um eine verbesserte und nachhaltige Qualität der Daten der deutschen Kreditwirtschaft für die Bankenstatistik der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) zu gewährleisten. Die BIZ-Statistik gilt als maßgebliche Grundlage zu makroökonomischen Analysen über die Banken-Exposures gegenüber Verschuldungsländern. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Eurokrise ist die politische Bedeutung der BIZ-Statistik enorm. Für die Aufsicht ist es daher wichtig, dass die Zahlen der deutschen Kreditwirtschaft verlässlich und genau sind.

Alle Institute betroffen - jedoch unterschiedlich stark

Die erweiterten Anforderungen an den Auslandsstatus beziehen sich zum Teil auf alle Institute, zum Teil auf Institute, die ein Auslandsaktiva von mindestens 500 Mio. € in den Büchern haben. In dem Auslandstatus werden bisher alle Aktiv- und Passivpositionen gegenüber ausländischen Banken, Unternehmen, Privatpersonen und öffentlichen Haushalten ausgewiesen, aufgegliedert nach Fristigkeit und Sektoren. Nachrichtlich sind nun auch entsprechende Posten gegenüber dem Inland auszuweisen.

Neu in die Meldung aufgenommen wurden Positionen zu „Handelskrediten“, „Anleihen und Schuldverschreibungen mit einer Restlaufzeit von maximal 1 Jahr“ und „Schuldverschreibungen und Geldmarktpapieren von Gruppenangehörigen Banken“. Bei den Handelskrediten handelt es sich um Finanzierungen von Lieferungen und Leistungen im Außenwirtschaftsverkehr. Es sind somit Teilbeträge aus den Positionen „Forderungen an Ausländer“ (R11 Zeile 123) bzw. „Auslandswechsel“ (R1 Zeile 206). Die „Anleihen und Schuldverschreibungen mit einer Restlaufzeit von maximal 1 Jahr“ stellen eine Aufgliederung der in den Positionen 129-137 ausgewiesenen Beträge dar. Bei den „Schuldverschreibungen und Geldmarktpapieren von Gruppenangehörigen Banken“ handelt es sich um eine Aufgliederung der Positionen 125, 129 sowie 130.

Neue Meldung nach dem Letzhaftungs-Prinzip

Zusätzlich wird für Institute mit einem Auslandsaktiva ≥ € 500 Mio. eine neue Meldung eingeführt, die Daten nach dem „Ultimate-Risk-Konzept“ darstellt. Bei diesem Konzept geht es darum, die Forderungen nicht dem Land des unmittelbaren Schuldners, sondern dem Land des letztendlich Haftenden zuzuweisen. So wird in diesem Meldeschema beispielsweise eine „Forderung gegenüber einer englischen Filiale der BNP hier als „Buchforderungen von Banken an Frankreich“ ausgewiesen. Die detaillierten Anforderungen sind von der Bundesbank unter folgendem Link veröffentlicht worden:

Die iBS Meldewesen-Experten werden die neuen Anforderungen wie gewohnt zusammen mit den Melde-Tool Anbietern Partnern analysieren und die gemeinsamen Kunden über resultierende Änderungen oder Erweiterungen in der standardisierten Meldewesen-Verarbeitungen informieren.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG

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