Am 13. Februar 2012 hat die europäische Bankenaufsicht (EBA) das Konsultationspapier Consultation Paper CP51 zur Meldung der Großkreditrisiken als ITS-Durchführungsstandard (Implementing Technical Standard) veröffentlicht. Die EBA setzt damit einen weiteren Baustein ihrer einheitlichen Meldeanforderungen um. Die iBS AG wird die Anforderungen evaluieren und nach Klarheit der Änderungen in den Meldetools diese in ihre Meldevorverarbeitungen implementieren.

Im Rahmen der Konsultation können die nationalen Aufsichten und Kreditinstitute sowie interessierte Marktteilnehmer bis zum 26. März 2012 ihre Stellungnahmen an die EBA abgeben. Alle Stellungnahmen, die bei der EBA eingehen, werden auf der Webseite der EBA veröffentlicht, außer von Seiten des Erstellers wird dieses Vorgehen abgelehnt. Stellungnahmen sollen per E-Mail an die EBA gesendet werden.

Das Konsultationspapier konkretisiert die in Artikel 383 der Capital Requirement Regulation (CRR) geforderte Meldung über Großkredite. Damit werden nach dem am 20. Dezember 2011 veröffentlichten CP50 (Eigenmittel- und Finanzdatenmeldungen sowie den Verlustdaten von Immobilienkrediten) weitere Anforderungen aus dem CRD IV-Paket, welches das Basel III-Rahmenwerk in europäisches Recht umsetzt, von der EBA spezifiziert.

Mit dem ITS spezifiziert die EBA folgende zwei Bereiche des CRR:

  • Einhaltung der in Artikel 376-392 CRR beschriebenen Großkreditvorschriften
  • Offenlegung der in Art.79 CRD beschriebenen Konzentrationsrisiken. Umfang und Tiefe der angeforderten Informationen entspricht der CRR, die aktuell in der EU-Gesetzgebungsverfahren diskutiert wird.

Weiterer Schritt zur EU-weiten Harmonisierung

Ziel des ITS-Entwurfs ist EU-weite Standards für den aufsichtsrechtlichen Meldewesenprozess zu etablieren (Stichwort: Single Rulebook) und insbesondere Formulare, Meldeturnus, Inhalte und Granularität der Daten europaweit zu vereinheitlichen. Die Standards sollen Wettbewerbsverzerrungen zwischen Kreditinstituten und Investmentfirmen aufgrund unterschiedlicher aufsichtsrechtlicher Anforderungen verringern und eine bessere Vergleichbarkeit und Transparenz gewährleisten. Auch nationale Sonderregelungen (sowohl Vereinfachungen wie auch Goldplating) werden hierdurch hinfällig. Damit wird die Aufsicht in die Lage versetzt, frühzeitig Risiken zu erkennen und gegebenenfalls präventiv einzugreifen.

Erste Meldung zum 01. Januar 2013

Die EBA plant die finale Version des ITS der Europäischen Kommission bis zum 30. Juni 2012 zur Verabschiedung vorzulegen. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens hängt dabei von der finalen Verabschiedung der CRR ab.

Die Anforderungen aus der CRR und den entsprechenden ITS der EBA sind ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Daraus ergibt sich als erster Meldestichtag der 31. März 2013. Die Abgabe der Meldung hat spätestens sechs Wochen nach Stichtag, also bis zum 13. Mai 2013 zu erfolgen.

Knapper Zeitplan für die IT-Umsetzung

Auch dieses Consultation Paper hat auf die fachlichen und technischen Prozesse der Kreditinstitute erhebliche Auswirkungen. So wird sich das Datenvolumen der zu meldenden Informationen granularer und umfangreicher, teilweise werden neue Informationen für die Meldeerstellung benötigt. Konkret bedeutet dieses, je nach Ausgangslage, umfangreiche Anpassungen der Prozesse und IT-Systeme. Bedenkt man, dass die EU das CRD IV-Paket erst Mitte des Jahres endgültig beschließen wird, bleibt mal wieder fest zu stellen: "Die Zeit ist knapp".

Um Kunden unserer Lösungen iBS-SRT und RR-Analyzer eine fristgerechte Umsetzung zu ermöglichen, evaluieren die iBS Meldewesenexperten aktuell die Auswirkungen des CP51. Über die sich daraus ergebenden Software-Änderungen wird die iBS ihre Kunden wie gewohnt zeitnah informieren.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG

 

Diese Webseite nutzt Cookies, um Funktionalitäten zu ermöglichen und zur Analyse, um dadurch die Nutzererfahrung zu verbessern (Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie diese Cookies zulassen möchten.