Am 30. November hat die Bundesbank den neuen Meldebogen „ZRK“ für Einzelinstitute sowie „KZRK“ für Institutsgruppen veröffentlicht. Dieses Meldeschemata bezieht sich auf das am 9. November veröffentlichte Rundschreiben 11/2011 (BA) der BaFin über die aufsichtliche Behandlung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Der Meldebogen ist ab dem Meldestichtag 31.12.2011 auf Instituts- und Gruppenebene quartalsweise bis zum 15. Geschäftstag des Folgemonats bei der Bundesbank einzureichen.

Gemäß der neuen Anforderung müssen Kreditinstitute ab dem 15.01.2012 folgende Informationen an die Aufsicht melden:

  • den aktuellen Zinsbuchbarwert (Position ZRK 010/01),
  • die absolute Barwertänderung (Position ZRK 020/01) sowie der Koeffizient aus Barwertänderung und Eigenmitteln (aus Position EUEB 0010/01) im Falle eines positiven Zinsschocks (Position ZRK 030/01),
  • die absolute Barwertänderung (Position ZRK 040/01) sowie der Koeffizient aus Barwertänderung und Eigenmitteln (aus Position EUEB 0010/01) im Falle eines negativen Zinsschocks (Position ZRK 050/01) und
  • ob das Ausweichverfahren verwendet wurde (Position ZRK 060/01)

In dieser Meldung haben Kreditinstitute die Auswirkungen eines plötzlichen und unerwarteten Zinsschock durch eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 200 Basispunkte in beide Richtungen offenzulegen. Sollte das dadurch ermittelte Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch 20% der Eigenmittel übersteigen, so ist dieses Kreditinstitut als „Institut mit erhöhten Zinsänderungsrisiko“ einzustufen. Diese Einstufung führt jedoch nicht automatisch zu Sanktionsmaßnahmen der Aufsicht. Von Seiten der Aufsicht wird jedoch geprüft, ob das Kreditinstitut aufgrund des berechneten Zinsschocks weiterhin über angemessene Eigenmittel nach §10 Abs. 2 KWG verfügt. Eine mögliche Konsequenz der Prüfung durch die Aufsicht ist, dass betroffene Kreditinstitute ihre verfügbaren Eigenmittel erhöhen müssen.

Die neuen Anforderungen sowie die Meldeschemata sind hier auf der Webseite der Bundesbank zusammengefasst.

Autor: Henrik Neunhoeffer, Meldewesen-Spezialist, iBS AG

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